Auberginen mit Chermoula, Bulgur & Joghurt

Auf dem Luzerner Wochenmarkt gab es 3 für 2 – Auberginen. Da heißt es zugreifen! Überhaupt mag ich Auberginen gerne – obwohl viele behaupten die würden ja nach nichts schmecken…

Auberginenrezepte gibt es zahlreiche in Ottolenghis Büchern und weil es so schön einfach ist, habe ich das Rezept „Auberginen mit Chermoula, Bulgur & Joghurt“ aus dem Buch Jerusalem gewählt. Gute Entscheidung! Es war köstlich!

In der Zwischenzeit ist übrigens das neue Buch „Türkei vegetarisch“ aus der Vegetarisch Reihe von Katharina Seiser heraus gekommen und auch schon bei mir eingetrudelt. Bis auf „Italien vegetarisch“ habe ich alle aus der Serie. Man findet in den Büchern tolle, einfache Rezepte und das Konzept mit der Aufteilung in Jahreszeiten gefällt mir. Jedenfalls habe ich beim Durchblättern von „Türkei vegetarisch“ viele vielversprechende Auberginenrezepte gefunden. Das erste wird morgen gekocht. Vielleicht schafft es das Rezept ja auch auf den Blog…

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 EL fein gehackte Schale von eingelegten Zitronen (S: frische Zitrone)
  • 140 mL Olivenöl, plus Olivenöl zum Beträufeln
  • 2 mittelgroße Auberginen
  • 50 g feiner Bulgur (S: grober Bulgur)
  • 25 g Sultaninen (S: keine da, daher Cranberries)
  • 10 g Koriandergrün, gehackt, plus Koriandergrün zum Bestreuen
  • 10 g frische Minze, gehackt
  • 6 grüne Oliven, entsteint und halbiert
  • 1 EL Mandelblättchen, geröstet
  • 2 Frühlingszwiebeln, gehackt
  • 5 EL Zitronensaft
  • 120 g griechischer Joghurt
  • Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

Für die Chermoula in einer kleinen Schüssel Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander, Chili, Paprikapulver, die Zitronenschale, zwei Drittel des Olivenöls sowie ½ TL Salz vermengen.

Die Aubergine der Länge nach halbieren und das Fruchtfleisch rautenförmig einschneiden. Dabei darauf achten, dass die Schale intakt bleibt. Die Hälften gleichmäßig mit der Chermoula bestreichen, mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech legen und 40 Min. im Backofen garen.

Inzwischen den Bulgur in einer Schüssel mit 140 mL kochendem Wasser übergießen.

Die Sultaninen 10 Min. in 50 mL warmen Wasser einweichen, anschließend abgießen und mit dem restlichen Öl zum Bulgur geben. Kräuter, Oliven, Mandelblättchen, Frühlingszwiebeln und Zitronensaft hinzufügen, mit einer Prise Salz würzen und alles gut durchmischen. Den Salat danach noch einmal abschmecken.

Die Auberginenhälften auf vier Teller verteilen, den Bulgursalat darauf anrichten und mit dem Joghurt garnieren. Das gehackte Koriandergrün darüber streuen, etwas Olivenöl aufträufeln und die Auberginen warm oder bei Zimmertemperatur servieren.

L1013020

Zucchinikuchen

Zur Zeit schaffen’s nur Kuchen auf den Blog, was eigentlich gar keine Absicht ist, sondern sich irgendwie einfach so ergibt. Das Menü des heutigen Abends (Züricher Gschnetzeltes) iat aber schließlich auch schon verbloggt.

Eigentlich war dieses Wochenende gar kein Kuchen nötig. Schlummern doch noch ein paar Stückerl des  herrlichen Ammerländer Apfelkuchens (gefunden bei Britta bzw. Petra) von letztem Wochenende im Gefrierschrank…

A B E R derzeit gibt’s ja überall soviel Zucchini – am Markt werden große, lustig geformte Zucchini fast schon verschenkt und bei mir im Hinterkopf leuchtet immer wieder dieser Zucchinikuchen von Frau Ziii auf, welchen sie als ihren (fast) besten Kuchen tituliert. Die Sucht hat mich überrannt, ich konnte nicht anders und hab heute wie der Teufel drauf los gebacken, kein Wort zu Herrn Schnürschuh!

Soeben haben wir die ersten Stücke verputzt. Wau! Der Kuchen hat eine fantastische Konsistenz, ist saftig und schmeckt irre gut. Die Zucchini schmeckt man, wie von Frau Ziii versprochen, überhaupt nicht. Das Olivenöl hingegen kommt mächtig durch, umso wichtiger ein richtig gutes Olivenöl zu nehmen. Herrn Schnürschuh schmeckt er auch, wobei natürlich nichts über seinen allerliebsten Zitronenkuchen aus Ischia, Caprese al limone, geht. Grundsätzlich sollte ich, wenn es nach ihm geht, eigentlich nur diesen einen Kuchen machen!

Zutaten für eine 26er Springform:

– 3 Eier
– 250 g Vollrohrzucker (S: Muscovado)
– 150 mL geschmacksneutrales Öl (S: Rapsöl)
– 100 mL gutes Olivenöl (S: weltbestes Olivenöl)
– 100 g fein geriebene Nüsse (S: gemahlene Mandeln)
– 400 g fein geriebene Zucchini mitsamt der Schale
– 300 g Mehl
– 1 TL gemahlener Zimt
– 1 TL Weinstein-Backpulver
– 1 TL Natron
– ¼ TL Salz
– 2 EL guter Rum
– 1 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Backofen auf 175 °C vorheizen. Springform fetten und mehlen.

Die Eier in der Küchenmaschine für mind. 5 Min. schaumig schlagen, bis sich das Volumen verdreifacht hat. Zucker und Salz nach und nach unterrühren. Rum und Zitronensaft hinzufügen. Schließlich das geschmacksneutrale Öl unter Rühren schön langsam einlaufen lassen, so dass sich Eier und Öl gut verbinden.

Nüsse, Mehl, Zimt, Backpulver und Natron miteinander vermengen. Zucchini sehr gut ausdrücken (am besten in kleinen Portionen mit der Hand). Die Mehlmischung und die Zucchini in 3-4 Portionen zum Teig geben und jeweils kurz unterrühren. Zuletzt das Olivenöl vorsichtig mit der Hand unterheben.

Den Teig in die Springform füllen und ca. 60 Min. backen (S: ca. 10 Minuten weniger). Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Zucchinikuchen

Gâteau au chocolat (Schokoladenkuchen)

Mein Kollege macht zum Geburtstag immer einen sehr leckeren Schokoladenkuchen. Lange schon habe ich ihn nach dem Rezept gefragt und nun endlich bekommen. Natürlich wurde der Kuchen sofort ausprobiert und ist, wie erwartet, super geworden. Allerdings habe ich dabei gemerkt, dass sich mein Kollege gar nicht an’s Rezept hält 😉 – er hackt die Mandeln, anstatt sie zu mahlen und er hackt auch die Schokolade anstatt sie zu schmelzen! Tut dem Kuchen auch richtig gut, deswegen werde ich das nächste Mal die Hälfte der Mandeln mahlen, die andere Hälfte hacken und bei der Schokoladen werde ich  einfach mehr nehmen (so 175 g), davon 100 g schmelzen und den Rest hacken. Außerdem würde ich ihn 5-10 Min. weniger backen, damit er noch (wie heißt es so schön bei meinen Lieblingsbloggern) „gatschiger“ wird.
Die nächste Schokokreation werden die Schoki-Cookies von Daniel Humm, die ich bei Micha von grain de sel entdeckt habe. Die lachen mich schon lange an!

Zutaten:

–       125 g Butter
–       125 g Zartbitterschokolade
–       100 g geschälte Mandeln
–       4 Eier
–       125 g Zucker
–       1 EL Speisestärke
–       Puderzucker

Zubereitung:

Backofen auf 200 °C vorheizen (S: 170 °C Umluft). Springform (26 cm Ø) ausbuttern und bemehlen.

Schokolade grob hacken und zusammen mit der Butter über Wasserdampf schmelzen. Mandeln mahlen. Eier trennen. Eiweiß zu sehr steifem Schnee schlagen und beiseite stellen. Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, die Mandeln dazugeben. Butter und Schokolade unter den Teig rühren. Den Eischnee vorsichtig unterheben. Zuletzt die Speisestärke durch eine Sieb zur Masse geben und behutsam durchmischen.

Den Teig in die Springform füllen und ca. 40 Min. backen. Aus der Form nehmen, abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Schokoladenkuchen

Couscous mit geschmorten Kichererbsen und würzigen Auberginenwürfeln

Nur schon die Zutatenliste verriet mir, dass dieses Gericht der Knaller sein wird. Sehr, sehr köstlich! Gefunden hier, was von hier kommt und ursprünglich von hier ist.

Zutaten für 2 Personen:

Auberginen
– 1 grosse Aubergine
– ½ Bund Minze
– Saft von 1 Zitrone
– 2 Knoblauchzehen
– 1 TL Koriander, gemahlen
– 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
– 1 TL Paprikapulver
– 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
– ½ TL Cayennepfeffer
– ½ TL Harissapaste
– ½ TL Salz
– 2 EL Olivenöl

Kichererbsen
– 1 Zwiebel
– 1 EL Öl
– 1 Knoblauchzehe
– ½ TL Paprikapulver
– 1 Prise Cayennepfeffer
– 1 Dose gehackte Tomaten
– 75-100 mL Gemüsebrühe
– 1 TL Zucker
– 1-2 EL Tomatenmark
– 1 Dose Kichererbsen
– 1 Lorbeerblatt
– Salz
– 1 EL frischer Koriander

Couscous
– 150 g Couscous
– 300 mL Gemüsebrühe
– geriebene Schale ½ Zitrone
– 25 g Mandelblättchen
– 35 g getrocknete Aprikosen
– 1-2 EL Rosinen
– 1-2 EL frischer Koriander
– Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Auberginen
Aubergine in grobe Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Minze hacken, Knoblauch schälen und fein hacken. Beides mit den restlichen Zutaten zu einer Marinade verrühren. Über die Auberginenwürfel geben und alles gut miteinander vermengen. Abdecken und mind. 30 Min. marinieren.

Backofen auf 190 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Die marinierten Auberginenwürfel gleichmäßig auf dem Backblech verteilen und ca. 30 Min. im Backofen rösten.

Kichererbsen
Zwiebel schälen und in feine Scheiben schneiden. Knoblauch schälen, fein hacken. Kichererbsen waschen und gut abtropfen lassen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin anbraten, bis sie beginnen leicht braun zu werden. Knoblauch zugeben und weitere 2 Min. unter Rühren braten. Gemüsebrühe, gehackte Tomaten und Zucker zugeben und bei niedriger Temperatur simmern lassen, bis die Soße etwas eingedickt ist. Tomatenmark, Kichererbsen und Lorbeerblatt hinzufügen und weitere 5 Min. simmern lassen. In der Zwischenzeit den Koriander hacken. Zuletzt noch die Soße mit Salz abschmecken, den Koriander unterrühren und das Lorbeerblatt entfernen.

Couscous
Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett rösten. Aprikosen in kleine Würfel schneiden. Koriander hacken. Couscous in einen Topf geben und mit heißer Gemüsebrühe übergießen. Zum Kochen bringen, abdecken und vom Herd ziehen. Nach ca. 5 Min. quellen mit einer Gabel auflockern. Aprikosen, Rosinen, Mandelblättchen, Zitronenschale und Koriander zugeben und alles gut miteinander verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schließlich auf einem großen Teller in der Reihenfolge – Couscous, Kichererbsen, geröstete Auberginen – anrichten und servieren.

Couscous, Kichererbsen, Aubergine

Apfel-Mohn-Kuchen

Nach einer Reise geht’s wieder los mit kochen, backen und bloggen. Hab ich ja schon ewig keinen Apfelkuchen mehr gemacht und Mamas Lageräpfel schlummern im Keller. Also dann – zur Auswahl standen zwei Apfelkuchen aus meiner Nachkochliste – Michas Apfel-Mohn-Kuchen oder Paules Zupf-Schuedi mit Äpfeln drin! Da ich noch gut Mohnvorrat hatte und Herr Schnürschuh einen Apfelkuchen mit viel Teig wollte, wurde es dann Variante 1. Das Volumen habe ich reduziert, damit der Kuchen in meine 26er Springform passt.

Ein einfacher, leckerer Rührkuchen mit Äpfeln und Mohn!

Zutaten (26er Springform):

100 g Mohn (S: 85 g weißer Mohn + 15 g Blaumohn)
80 ml Milch
15 g Butter
40 g Zucker
20 g gehackte Mandeln

600 g saure Äpfel (geschält und entkernt)
2 EL Zitronensaft

200 g weiche Butter
175 g Rohrzucker
1 Päckchen Vanillezucker
Salz
4 Eier

240 g Mehl
80 g Einkorn-Vollkorn (S: Emmermehl)
gemahlener Zimt
gemahlener Ingwer
12 g Backpulver
200 mL Buttermilch

Zubereitung:

Mohn mahlen. Milch, Butter und Zucker zum Kochen bringen, Mohn zugeben, nochmal kurz aufkochen und vom Herd ziehen. Gehackte Mandeln unterrühren und 15 Min. ziehen lassen.

Äpfel schälen, entkernen, grob würfeln und gut mit dem Zitronensaft vermengen, damit sie nicht braun werden. Form fetten und bemehlen. Backofen auf 175 °C vorheizen.

Butter, Zucker, Vanillezucker und 1 Prise Salz schaumig rühren. Nach und nach die Eier unterrühren. Mehle, Gewürze und Backpulver in einer Schüssel miteinander vermengen und abwechselnd mit der Buttermilch zügig unter den Teig heben. Zuletzt die Mohnmischung unterrühren und die Äpfel unterheben.

Den Teig in die Form füllen und im Backofen ca. 1 Std. backen. Wird der Kuchen zu braun, mit Alufolie abdecken.

Aus dem Backofen holen und auskühlen lassen. Wie Micha mit einer Zitronenglasur bepinseln oder einfach mit Puderzucker bestäuben.

Apfel-Mohn-Kuchen

Zitronige Linzer-Schnitten

Der Sommer hat sich schnell verabschiedet und seit Samstag regnet und regnet es… Ein Gutes hat das Ganze – Fräulein Schnürschuh kann sich stundenlang in der Küche vergnügen! Derzeit könnte ich jedes einzelne Rezept aus meinem Lieblingsblog Grain de sel nachmachen – Micha trifft einfach genau meinen Geschmack. Also habe ich am Wochenende erst mal eine neue Ration geröstete Ofentomaten hergestellt und dann habe ich noch die Quadrillos bzw. Linzer-Schnitten als zitronige Variante gebacken. Die Ofentomaten sind, wie sie Micha eh schon immer bewirbt, genial (!!!) und auch meine zitronigen Linzer-Schnitten wurden fantastisch. Es hat richtig Spaß gemacht sie herzustellen und nun sind sie in einer Dose verstaut und wir können uns immer wieder eine (oder zwei… oder drei…) rausstibitzen. Naja, die Hälft ist schon weg…

Zutaten für die abgewandelte zitronige Variante:

– 350 g Mehl
– 200 g gemahlene Mandeln
– 140 g Zucker
– 1 Ei
– 1 Prise Salz
– abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
– 1-2 Msp gemahlener Ingwer
– 1-2 Msp gemahlener Kardamom
– 1 Msp Vanilleextrakt
– 2 EL Limoncello
– 250 g weiche Butter in Stücken
– 250 g Gelée-Marmelade Zitronen Limetten
– Mehl
– Eigelb
– Puderzucker

Zubereitung:

Mehl, Mandeln, Zucker, Ei, Salz, Zitronenabrieb, Gewürze, Limoncello und Butterstückchen mit dem Knethaken der Rührmaschine vermengen. Anschließend mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten und in zwei Portionen teilen, diese in Frischhaltefolie wickeln und für mind. 1 Std. in den Kühlschrank geben.

In der Zwischenzeit zwei Backpapierbögen zu je 30 x 36 cm vorbereiten.

Eine Teigportion aus dem Kühlschrank holen und entweder auf bemehlter Arbeitsfläche oder, und ich tue mich so wesentlich leichter, zwischen Frischhaltefolie und dem vorbereiteten Backpapier legen und ebenmäßig auf die Größe des Backpapiers ausrollen. Mit dem Backpapier auf das Backblech heben, mit einer Gabel Löcher einstechen und mit der, in einer Schüssel verrührten, Marmelade bestreichen. In den Kühlschrank stellen.

Die zweite Teigportion aus dem Kühlschrank holen, genau wie die erste auf die Größe des Backpapiers ausrollen und auf ein Backblech heben. 20 Min. in den Kühlschrank stellen. Anschließend mit Hilfe eines kleinen Ausstechers (in etwa von der Größe eines Apfelkernausstechers) vorsichtig Kreise ausstechen – nicht zu nahe beieinander – und auf einem kleinen Stück Backpapier deponieren. Alles zurück in den Kühlschrank stellen und nochmal 10 Min. durchkühlen lassen.

Backofen auf 200 °C vorheizen. Alles aus dem Kühlschrank nehmen und die „durchlöcherte“ Teigplatte vorsichtig auf die Marmeladenteigplatte legen. Das Backpapier behutsam abziehen. Eigelb verquirlen und die obere Teigplatte damit bestreichen. Mit den ausgestochenen Kreisen belegen und in den Backofen (unterste Schiene) schieben. 16-18 Min. backen, vollständig auskühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und in 4 cm große Quadrate schneiden.

Zitronige Linzer-Schnitten

Zwieback mit Nüssen

Schon lange suche ich nach einer geeigneten Eiweißverwertemethode. Eiweiß bleibt ja sehr oft übrig. Zum Glück kann man es wunderbar einfrieren. Nur logistisch ist das a bisserl doof… Ich nehme also eine Tupperbox und frier mein übriges Eiweiß ein. Dann kommt noch eins dazu und noch eins und noch eins… Irgendwann habe ich dann einen riesengroßen Eiweißklumpen, den man auch nicht mehr auseinander kriegt und der sozusagen als Ganzes weg muss. Oder man packt jedes übrige Eiweiß in eine neue Tupperbox oder macht Eiweißchargen a la 3 oder 4 Eiweiße – so viel Platz habe ich aber nicht! Deshalb ist ein gutes Eiweißverwerterezept unabdingbar.

So eins zu finden ist jedoch gar nicht so einfach. Makronen mag ich nur an Weihnachten und Baiser mag ich gar nicht und dann wird’s schon schwierig. Bisher habe ich aus übrigem Eiweiß immer Amaretti Morbidi gemacht – die sind fantastisch, machen aber viel Arbeit und man kriegt nur 3 Eiweiße los. Inzwischen haben sich aber schon wieder Z E H N Eiweiß angesammelt. Herr Schnürschuh schimpft – das muss langsam mal weg!

Vor kurzem habe ich dann irgendwo mitbekommen oder gelesen, dass Zwieback aus Eiweiß hergestellt wird. Da ist mir wieder die Eiweißverwertemethode in den Sinn gekommen. In Graz gab es am Markt oder in manchen Bäckereien oder als Knabberei in den Buschenschenken immer diesen dünn aufgeschnittenen, knusprigen Zwieback, mit Kürbiskernen drin. Der war köstlich und den wollt ich machen!

Im Netz habe ich 2 Rezepte gefunden, einmal hier unter den Steirischen Spezialitäten und einmal hier mit Haselnüssen drin. Da ich so viele Eiweiß hatte, habe ich einfach beide Rezepte ausprobiert – mit Walnüssen, Mandeln und Kürbiskernen. Herr Schnürschuh hat geholfen den Zwieback in feine Scheiben zu schneiden. Beide Rezepte haben tiptop funktioniert und sind wunderbar gelungen – schön, lecker, knusprig. Bisher konnten wir uns auch noch nicht entscheiden, welches der Favorit ist… Aber eins ist klar, das ist die beste Eiweißverwertemethode, die es gibt!

Zutaten:

Variante 1
– 5 Eiweiß
– 175 g Zucker
– 85 g zerlaufene Butter
– 175 g Mehl
– 150 g Nüsse (S: Kürbiskerne & Mandeln)

Variante 2
– 5 Eiweiß
– 125 g Zucker
– 165 g Mehl
– 165 g Nüsse (S: Kürbiskerne & Walnüsse)

Zubereitung:

Eine Kastenform mit Öl einpinseln und mit Mehl ausstäuben. Backofen auf 180 °C vorheizen.

Eiweiß zu Schnee schlagen. Dabei den Zucker nach und nach einrieseln lassen. Bei Variante 1 noch die flüssige Butter einrühren. Schließlich Mehl und Nüsse vorsichtig unterheben. Teig in die Form füllen und in den Backofen schieben. Ca. 30 Min. backen.

Zwieback abkühlen lassen, aus der Form stürzen und über Nacht zugedeckt rasten lassen.

Den Zwieback am nächsten Tag mit der Brotmaschine oder dem Brotmesser in 2-3 mm gleichmäßig dünne Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen bei 160 °C Umluft backen, bis sie leicht Farbe bekommen. Ca. 6-8 Min. Die fertigen Zwiebackscheiben auf einem Gitter abkühlen lassen und in einer Blechdose aufbewahren.

Mohntorte

Endlich, endlich kommt die Mohnmühle zum Einsatz, die ich mir von Mama Schnürschuh zu Weihnachten gewünscht habe. Das gute Stück sollte nämlich nicht mit irgendeinem Mohn eingeweiht werden, nein, das sollte unbedingt mit dem guten Waldviertler Mohn aus Österreich passieren! Geduld war gefragt. Mindestens ein Schnürschuh fährt doch hin und wieder mal nach Graz.

Und nun endlich halte ich sie in Händen – 3 Sorten Waldviertler Mohn – Blaumohn, Graumohn und Weißmohn – alles Bio, von Sonnentor!

Heute wurde dann die Mohnmühle eingeweiht! Herr Schnürschuh kurbelte was das Zeug hält und das Ergebnis war perfekt. Lange schon im Voraus habe ich nach einem würdigen Mohnkuchenrezept gesucht und mich dann letzten Endes für die Waldviertler Mohntorte von Sarah Wiener entschieden. Mohn pur, noch ein bisserl Nuss, Rum & Zitrone, natürlich Eier und Butter und sonst nichts. „Torte“, da das gute Stück noch noch mit Johannisbeergelee bestrichen und mit einer Glasur aus Rum und Puderzucker überzogen wird.

Das Ergebnis ist eine fantastische, saftige Mohntorte! Herr Schnürschuh hat heute drei Stücke davon verdrückt…


Zutaten:

Teig
– 200 g weiche Butter
– 60 g Puderzucker
– 6 Eier
– Saft und Schale 1 kleinen Bio-Zitrone
– 2 EL Rum
– 1 gestrichener EL Vanillezucker
– 280 g gequetschter Mohn (S: Blaumohn)
– 120 g gemahlene Haselnüsse (S: Mandeln)
– 135 g Zucker

Füllung & Glasur
– 3-4 EL Johannisbeergelee (S: Beerenmarmelade)
– 125 g Puderzucker
– 2 EL Rum

Zubereitung:

Butter und Puderzucker cremig rühren. Eier trennen und die Eigelbe nach und nach unterrühren, bis die Masse hell und cremig ist. Zitronensaft und –schale, Rum, Vanillezucker, Mohn und Nüsse zugeben und alles gut miteinander verrühren.

Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine Springform mit Backpapier auslegen oder mit Butter einpinseln. Eiweiß zu Schnee schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. So lange schlagen, bis die Masse glatt und glänzend ist.

Eischnee vorsichtig unter die Mohnmasse heben, in die Springform füllen und in den Backofen schieben. Ca. 1 Std. backen. Nach 30-40 Min. die Mohntorte mit Alufolie abdecken, da sie sonst zu dunkel wird.

Sobald die Mohntorte fertig gebacken ist, aus dem Ofen holen, kurz abkühlen lassen und aus der Springform lösen. Auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.

Anschließend mit Hilfe eines Brotmessers waagrecht halbieren und die untere Hälfte mit dem Johannisbeergelee bestreichen. Obere Hälfte draufsetzen und nochmals dünn mit Gelee bestreichen. Gut antrocknen lassen. Aus Puderzucker und Rum einen dicke Glasur anrühren und die Mohntorte damit überziehen.

Orangenkuchen

Orangenkuchen. Hab ich noch nie gegessen. Zitronenkuchen hingegen schon in vielen Varianten, wobei es nur einen einzigen besten Zitronenkuchen aller Zeiten gibt. Nun geistern doch zur Zeit so einige Orangenkuchen durchs Netz.

Da wäre der Blutorangenkuchen mit Kardamom von der Küchenschabe und die Orangen-Mandel-Tarte von der Turbohausfrau. Außerdem die Orangen-Polenta-Tarte nach Yvette van Boven, gefunden in Valentinas Kochbuch und auch schon ausprobiert von Multikulinarisch, Turbohausfrau und Tomatenblüte.

Besonders letztere Variante fand ich besonders interessant, kommen doch zwei ganze Orangen, mit allem drum und dran, rein und kein Mehl, stattdessen Polenta und obendrauf könnte ich Frau Küchenschabes kandierte Orangen ausprobieren, genau wie es sich auch die Turbohausfrau für diesen Kuchen überlegt hat.

Herr Schnürschuh liebt Orangenmarmelade, ein weiterer Grund einmal Orangenkuchen auszuprobieren, jetzt wo es die tolle Zitrusfrucht so zahlreich überall gibt.

Und der Kuchen hat mir gefallen. Die Idee zwei ganze Orangen als Mus mit in den Teig zu geben finde ich toll. Der Kuchen wurde schön locker-leicht, fruchtig-orangig, nicht zu süß und mit den kandierten Orangen, die ich beim nächsten Mal noch etwas dünner schneiden möchte, einfach köstlich. Freunde der Orangen, unbedingt ausprobieren!

Zutaten: 

Kuchenteig
– 2 Bio-Orangen (S: Tarocco Halbblutorangen)
– Saft 1 Zitrone
– 100 g Polenta
– 1 TL Backpulver
– 1 EL Vanillezucker
– 100 g gemahlene Mandeln
– 6 Eier
– 250 g brauner Zucker

Kandierte Orangen
– 2 Bio-Orangen
– 250 mL Wasser
– 120 g Zucker

Zubereitung:

Für die kandierten Orangen zunächst Zucker und Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Die Orangen in möglichst dünne Scheiben schneiden (das ist knifflig!) und die Kerne entfernen. Sobald sich der Zucker gelöst hat, die Orangen in das Zuckerwasser geben und den Topf vom Herd ziehen. Mehrere Stunden ziehen lassen.

Für den Kuchen die Orangen in einen Topf geben, mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und 1 Std. zugedeckt köcheln lassen. Orangen aus dem Wasser holen, abtropfen lassen und vollständig abkühlen lassen. Anschließend die Kerne (falls welche drin sind) entfernen und die Orangen in einen Mixer geben. Zitronensaft zugeben und solange pürieren, bis schönes Orangenmus entsteht.

Währenddessen die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Polenta, Backpulver und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen und eine Springform einfetten.

Das Orangenmus in eine große Schüssel geben und mit den gemahlenen Mandeln und der Polenta-Mischung verrühren. Den Eischaum dazugeben und vorsichtig unterheben. Schließlich in die Springform füllen und in den Backofen schieben. 35 Min. backen.

Sobald der Kuchen fertig ist, aus dem Ofen holen, 5 Min. auskühlen lassen und mit einem Messer am Rand entlang fahren, um den Rand der Springform zu lösen. Abkühlen lassen.

Die kandierten Orangen aus dem Sud nehmen, mit Küchenpapier abtupfen und nach Lust und Laune auf dem Kuchen verteilen.