Schweinebraten mit Kartoffelknödel

Bisher habe ich mich immer geweigert Schweinebraten selbst zu machen – aus folgenden Gründen:
– traditionell gibt es Schweinebraten nur daheim bei Mama
– Mama macht den weltbesten Schweinebraten, da komm ich nicht ran
– wer soll das alles essen? So einen riesen Schweinebraten!

Herr Schnürschuh aber blieb hartnäckig! Er wollte unbedingt Schweinebraten machen. Gut, aber nur vom Wollschwein!

Schweinebraten

Das Wollschwein holte ich am Luzerner Markt von Holzenfleisch, wo die Tiere im Offenstall gehalten werden. Kaum zu glauben, aber der Schweinebraten ist uns wirklich hervorragend gelungen. Unsere größte Sorge, die Kruste, wurde schön knusprig. Es blieb nichts mehr übrig!

Das Rezept für die Kartoffelknödel ist aus dem wunderbaren Kochbuch „Österreich Vegetarisch“ von Katharina Seiser und Meinrad Neunkirchner. Den Schweinebraten machten wir nach Gefühl, wie ihn die Mama macht und mit Hilfe des Buches „Echte Klassiker, die jeder liebt“ von Monika Schuster.

Schulterbraten vom WollschweinSchweinebratenKartoffelknödel

Zutaten für 2 Personen:

Schweinebraten
– 1 kg Schweineschulter mit Schwarte
– 1-2 Zwiebeln
– 1-2 Karotten
– 1 Lauch
– ¼ Knollensellerie
– heiße Gemüsebrühe
– Kümmel
– Salz, Pfeffer

Kartoffelknödel
– 250 g am Vortag in der Schale gekochte, mehlige Kartoffeln
– 75 g Kartoffelstärke
– 12 g Weizengrieß
– ca. ½ TL Salz
– 1 Prise Muskatnuss
– 1-2 Scheiben Weißbrot
– 1 Stückchen Butter

Zubereitung:

Zwiebeln schälen und in grobe Spalten schneiden. Karotten, Lauch und Sellerie schälen/putzen und in grobe Stücke schneiden.

Backofen auf 160 °C vorheizen. Den Braten auf der Fleischseite mit Salz, Pfeffer und Kümmel einreiben. Mit der Schwarte nach unten in einen Bräter/Auflaufform/Backblech legen. Gemüse daneben legen und etwas Brühe zugießen, so dass die Schwarte bedeckt ist. In den Ofen schieben und 1.5 Std. garen.

Fleisch aus dem Ofen nehmen, vorsichtig umdrehen und die Schwarte mit einem scharfen Messer kreuzförmig einritzen. Falls nötig noch etwas Brühe zugeben und das Fleisch für weitere 2 Std. weich garen.

In der Zwischenzeit die Kartoffelknödel machen. Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Rasch mit den restlichen Zutaten und bei Bedarf mit etwas kaltem Wasser zu einem glatten Teig verarbeiten und abschmecken. In Frischhaltefolie wickeln und 1 Std. im Kühlschrank ruhen lassen.

Weißbrot von der Rinde befreien, in Würfel schneiden und in einer Pfanne in Butter von allen Seiten knusprig braten.

Aus dem Teig mit leicht bemehlten Händen ca. 6-8 Knödel formen, dabei jeweils 2-3 Croûton in die Mitte einbauen. Salzwasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Die Knödel bei niedriger Temperatur ca. 8-12 Min. ziehen lassen. Herausnehmen und gut abtropfen lassen.

Sobald die Zeit für den Schweinebraten abgelaufen ist, den Grill zuschalten (230 °C) und die Schwarte in 5-10 Min. knusprig braten. Sie muss richtig richtig knusprig werden, zum Teil platzt sie richtig auf. Braten aus dem Backofen nehmen.

Die Soße durch ein Sieb gießen, bei Bedarf abfetten (beim Wollschwein unbedingt nötig, am besten aufbewahren und für Bratkartoffeln verwenden), nochmal erhitzen und mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken. Wer möchte kann die Soße noch mit Stärke binden – ich persönlich mag das nicht so gerne.

Den Braten in Scheiben schneiden und mit der Soße und einem Knödel servieren. Dazu passt Salat.

Schweinebraten

Zwiebelkuchen

Schon länger plane ich Zwiebelkuchen! Flammkuchen schmeckt uns eh schon so gut, da muss der Zwiebelkuchen auch gut sein. Rezepte gibt es tausende. Ich wollte aber einen schwäbischen Zwiebelkuchen mit Hefeteig machen und bin am Ende bei drei Rezepten hängen geblieben.

Schwäbischer Zwiebelkuchen von Barbara. Zwiebelkuchen nach Hausrezept von Johannes und Zwiebelkuchen aus dem neuen Deutschland Vegetarisch, welches ich mir natürlich direkt und mit Widmung bei Katharina Seiser bestellt habe.

Nach Lust und Laune und aufgrund der vorrätigen Zutaten habe ich mir dann aus den 3 Rezepten „meins“ zusammengebastelt. Ich war zufrieden, Herr Schnürschuh auch!

Zutaten:

Hefeteig
– 15 g frische Hefe
– 100 mL lauwarme Milch
– 1 Prise Zucker
– 250 g Mehl
– 1 Prise Salz
– 1 Ei
– 50 g Butter

Füllung
– 1 EL Butter
– 650 g Zwiebeln
– 1 EL Zucker
– 1 TL Kümmel, ganz
– 50 g Speck (nur, wer will – Herr Schürschuh will immer)
– 1 gehäufter EL Mehl
– 150 mL kalte Sahne
– 2 Eier
– 50 g Sauerrahm
– 30 g Bergkäse
– ½ TL Majoran
– Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Hefe in der Hälfte der Milch auflösen. Mehl in eine Schüssel sieben. Salz zugeben. Eine Mulde in die Mitte machen und die Hefe-Milch in die Mulde gießen. Etwas von dem Mehl außen’rum dazugeben und zu einem Vorteig verrühren. Abdecken und 15 Min. gehen lassen. In der Zwischenzeit die Butter in der restlichen Milch schmelzen.

Das Ei zum Vorteig geben und den Teig mit den Händen oder den Knethaken der Küchenmaschine vermengen. Schließlich die Milch mit der Butter zugeben und alles gut miteinander verkneten, bis ein homogener Teig entsteht, der nicht mehr an der Schüssel klebt. Je nach Konsistenz evtl. noch etwas Mehl oder Milch zugeben.

Teig zu einer Kugel formen, mit Mehl bestäuben, abdecken und ca. 1 Std. an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Zwiebeln schälen und in feine Scheiben schneiden. Butter in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebeln zugeben. Zucker und Kümmel zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 20 Min. bei mittlerer Temperatur weich dünsten. Vom Herd ziehen, in eine große Schüssel geben und abkühlen lassen.

Speck in Würfel schneiden. Pfanne etwas auswischen, Speck darin auslassen. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen.

Käse reiben. Mehl und Sahne mit dem Schneebesen gut verquirlen. Eier, Sauerrahm und Käse unterrühren. Mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen und die abgekühlten Zwiebeln und den Speck unterheben.

Backofen auf 220 °C vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf die Größe der Form + Rand auswoakeln und vorsichtig in die Form überführen. Sanft andrücken, abstehende Ränder abschneiden. Die Zwiebelfüllung auf den Teig geben. In den Backofen (unterste Stufe) schieben und ca. 30 Min. backen.

Schmeckt am besten lauwarm mit einem leckeren Salat.