Orangenkuchen

Orangenkuchen. Hab ich noch nie gegessen. Zitronenkuchen hingegen schon in vielen Varianten, wobei es nur einen einzigen besten Zitronenkuchen aller Zeiten gibt. Nun geistern doch zur Zeit so einige Orangenkuchen durchs Netz.

Da wäre der Blutorangenkuchen mit Kardamom von der Küchenschabe und die Orangen-Mandel-Tarte von der Turbohausfrau. Außerdem die Orangen-Polenta-Tarte nach Yvette van Boven, gefunden in Valentinas Kochbuch und auch schon ausprobiert von Multikulinarisch, Turbohausfrau und Tomatenblüte.

Besonders letztere Variante fand ich besonders interessant, kommen doch zwei ganze Orangen, mit allem drum und dran, rein und kein Mehl, stattdessen Polenta und obendrauf könnte ich Frau Küchenschabes kandierte Orangen ausprobieren, genau wie es sich auch die Turbohausfrau für diesen Kuchen überlegt hat.

Herr Schnürschuh liebt Orangenmarmelade, ein weiterer Grund einmal Orangenkuchen auszuprobieren, jetzt wo es die tolle Zitrusfrucht so zahlreich überall gibt.

Und der Kuchen hat mir gefallen. Die Idee zwei ganze Orangen als Mus mit in den Teig zu geben finde ich toll. Der Kuchen wurde schön locker-leicht, fruchtig-orangig, nicht zu süß und mit den kandierten Orangen, die ich beim nächsten Mal noch etwas dünner schneiden möchte, einfach köstlich. Freunde der Orangen, unbedingt ausprobieren!

Zutaten: 

Kuchenteig
– 2 Bio-Orangen (S: Tarocco Halbblutorangen)
– Saft 1 Zitrone
– 100 g Polenta
– 1 TL Backpulver
– 1 EL Vanillezucker
– 100 g gemahlene Mandeln
– 6 Eier
– 250 g brauner Zucker

Kandierte Orangen
– 2 Bio-Orangen
– 250 mL Wasser
– 120 g Zucker

Zubereitung:

Für die kandierten Orangen zunächst Zucker und Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Die Orangen in möglichst dünne Scheiben schneiden (das ist knifflig!) und die Kerne entfernen. Sobald sich der Zucker gelöst hat, die Orangen in das Zuckerwasser geben und den Topf vom Herd ziehen. Mehrere Stunden ziehen lassen.

Für den Kuchen die Orangen in einen Topf geben, mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und 1 Std. zugedeckt köcheln lassen. Orangen aus dem Wasser holen, abtropfen lassen und vollständig abkühlen lassen. Anschließend die Kerne (falls welche drin sind) entfernen und die Orangen in einen Mixer geben. Zitronensaft zugeben und solange pürieren, bis schönes Orangenmus entsteht.

Währenddessen die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Polenta, Backpulver und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen und eine Springform einfetten.

Das Orangenmus in eine große Schüssel geben und mit den gemahlenen Mandeln und der Polenta-Mischung verrühren. Den Eischaum dazugeben und vorsichtig unterheben. Schließlich in die Springform füllen und in den Backofen schieben. 35 Min. backen.

Sobald der Kuchen fertig ist, aus dem Ofen holen, 5 Min. auskühlen lassen und mit einem Messer am Rand entlang fahren, um den Rand der Springform zu lösen. Abkühlen lassen.

Die kandierten Orangen aus dem Sud nehmen, mit Küchenpapier abtupfen und nach Lust und Laune auf dem Kuchen verteilen.

Nachgebacken: Kahrins Lahme Schnecken

Kathrin von Photisserie hat wieder gebloggt! Und was für ein tolles Gebäck – lahme Schnecken. Da konnte ich nicht an mir halten, sie wurden sofort nachgebacken! Ich war neugierig auf Hefeteig mit Kartoffeln und auf diese Sirup-Zimt-Füllung. Das Rezept habe ich nur ganz leicht abgeändert, da ich ein paar Zutaten nicht bekommen habe und da mir die Zimt- und Zuckermenge ein wenig zu hoch erschien.

Statt Zuckerrübensirup habe ich Seetaler Hochstamm Birno (Birnensaftkonzentrat aus Mostbirnen von Seetaler Hochstammbäumen) verwendet. Ein Produkt aus der Schweiz, was wirklich sehr gut gepasst hat. Dieser Birno lachte mich ja schon lange aus den Supermarktregalen der Schweiz an, endlich hatte ich einen Grund ihn mir zu holen ;-). Statt Muscovado-Zucker habe ich Jacutinga Vollrohrzucker verwendet. Da im Rezept nicht stand, was man mit diesem machen soll, habe ich ihn einfach auf die Füllung gestreut, so wie ich es von Katharinas Zimtschnecken kenne. Gepackt habe ich die Schnecken in eine Springform, da es meine einzige runde, tiefe Backform ist. Das hat perfekt gepasst. Und weil Hefeteig nur frisch schmeckt, habe ich die Schnecken, die wir nicht sofort verschlungen haben, aufgeteilt und eingefroren.

Kathrins lahme Schnecken waren der absolute Hammer! Die Zubereitung war einfach, sie sind sehr gut gelungen, haben wunderhübsch ausgesehen und hervorragend geschmeckt. Ich habe keine Ahnung, warum man Kartoffeln in den Teig packt, das Resultat war auf jeden Fall super fluffig und köstlich.

  

Zutaten:

Hefeteig
– 300 g gekochte, zerstampfe Kartoffeln
– 75 g weiche Butter
– 1 Ei (zimmerwarm)
– 200 mL Buttermilch (zimmerwarm)
– 600 g Mehl (Typ 405)
– 1 Päckchen Trockenhefe
– 50 g Zucker
– 5 g Salz

Füllung
– 85 g bzw. 2 EL Zuckerrübensirup (S: 2-3 EL Birno)
– 3 TL Zimt (S: 2 TL Zimt)
– 50 g Butter
– 100 g Muscovado-Zucker (S: 75 g Jacutinga-Vollrohrzucker)

Crème
– 175 g Frischkäse
– 50 g Zucker (S: Puderzucker)

Zubereitung:

Zerstampfe Kartoffeln mit weicher Butter, Ei und Buttermilch verrühren. Mehl, Hefe, Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen und zur Kartoffelmasse geben. Alles gut miteinander verkneten. Eine Kugel formen und den Hefeteig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 2 Std. gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Zuckerrübensirup mit Zimt und Butter in einem Topf erwärmen, bis alles gut miteinander vermengt ist. Abkühlen lassen.

Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, den Rand mit Öl einpinseln. Backofen auf 180 °C vorheizen.

Den Teig nach dem Gehen nochmal kurz durchkneten und auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche zu einem Rechteck mit ca. 50×30 cm auswoakeln. Mit der Füllung besteichen und mit dem braunen Zucker bestreuen (falls die Füllung zu zäh geworden ist, einfach nochmal kurz erwärmen). Nun die Längsseite von unten nach oben vorsichtig aufrollen und ca. 5 cm große Schnecken von der Rolle schneiden (das geht am besten mit einem in Mehl gewendeten Sägemesser). Die Schnecken, eine nach der anderen, mit dem schönen Schneckenmuster nach oben in die Springform setzen. Bei mir wurden es 17 nicht ganz gleich große Schnecken ;-). Diese nochmals 30 Min. abgedeckt gehen lassen.

Anschließend die Springform in den Backofen schieben und die Schnecken ca. 30 Min. backen. Beim Backen ein Schälchen Wasser mit in den Backofen stellen. In der Zwischenzeit den Frischkäse mit dem Zucker zu einer Crème verrühren.

Die lahmen Schnecken aus dem Backofen holen, den Rand der Springform entfernen und die Schnecken, wie im Originalrezept von Kathrin, noch lauwarm mit dem Frischkäse bestreichen. Ich habe einen Teil der Schnecken eingefroren und deshalb nur ein bisserl Frischkäsecreme zubereitet und diese dazu gereicht.

Linsenlasagne

Herr Schnürschuh liebt Linsen.
Frau Schnürschuh liebt auch Linsen.
Wir haben grüne Linsen, schwarze Linsen, rote Linsen, gelbe Linsen, braune Linsen, …
Bisher gab es Linsen meist in zahlreichen Curry-Varianten aus dem weltbesten Buch 660 Curries, dann auch mal als Linsensuppe oder zu Fisch in Form von Essiglinsen (gesehen bei: Man kann’s essen!).

Nun aber wurden sie italienisch verpackt – als Lasagne! Mensch, wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen… Das geht so gut und schmeckt noch viel besser! Zum Glück gibt es Micha von grain de sel – salzkorn, die mich zu diesem Rezept inspiriert hat.

Zutaten:

– Öl
– 1 Knoblauchzehe
– 1 mittelgroße Zwiebel
– 2 (leicht) scharfe Peperoni
– 1-2 mittelgroße Karotten
– ¼ Sellerieknolle
– 3-4 halbgetrocknete Tomaten in Öl
– 1 Schuss Rotwein
– 1 Dose gestückelte Tomaten
– 50 g Tellerlinsen (Kochzeit: 30 Min.)
– 25 g rote Linsen (Kochzeit: 8-10 Min.)
– 25 g gelbe Linsen (Kochzeit: 8-10 Min.)
– Thymian
– Oregano
– Rosmarin
– Salz, Pfeffer
– ca. ¼ L Béchamelsoße (siehe Mordswaffen)
– ½ Kugel Mozzarella
– 1 Handvoll frisch geriebener Bergkäse
– Lasagneplatten

Zubereitung:

Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch ebenfalls schälen und fein hacken. Peperoni putzen und fein hacken. Karotte und Sellerie schälen und klein würfeln.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin anbraten. Peperoni, Karotten- und Selleriewürfel sowie die halbgetrockneten Tomaten zugeben und mitbraten. Mit dem Rotwein ablöschen, gestückelte und die Tellerlinsen einrühren. Zugedeckt 20 Min. bei niedriger Temperatur köcheln lassen.

Nach 20 Min. die roten und gelben Linsen, sowie Oregano, Rosmarin und Thymian unterrühren. Weitere 10 Min. bei niedriger Temperatur köcheln lassen, bis die Linsen gar sind.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und, falls das Ragout zu sehr eingedickt ist, etwas Wasser angießen.

Parallel zum Linsenragout die Béchamelsoße zubereiten (siehe Mordswaffen), den Käse reiben und den Mozzarella in Scheiben schneiden. Backofen auf 200 °C vorheizen.

Nun kann geschichtet werden. Eine Auflaufform mit Olivenöl auspinseln und den Boden mit einer Schicht Linsenragout plus 1-2 EL Béchamelsoße bedecken. Lasagneblätter darauf legen. Eine Weitere Schicht Linsenragout plus 1-2 EL Béchamelsoße einfüllen und mit Lasagneplatten bedecken. Und so weiter und so fort, bis alles verbraucht ist. Die letzte Schicht bildet reine Béchamelsoße. Diese mit den Mozzarellascheiben belegen und dem Käse bestreuen, in den Ofen schieben und ca. 30 Min. backen, bis der Käse goldgelb ist.

Dazu gibt’s Salat.

Fischpflanzerl

Nach ein paar wunderschönen Tagen in Paris, wird wieder zu Hause aufgekocht! Gestern gab es Fischpflanzerl nach einem Rezept von Alfons Schuhbeck. Die machen wir oft, weil sie schön fluffig und dank Ingwer, Zitrone, Knoblauch und Curry unglaublich lecker sind!

Zutaten für 4 Personen:

– 50 g Weißbrot
– 50 mL Milch
– ½ Bund Frühlingszwiebeln
– 500 g Fischfilet (Seelachs, Rotbarsch, Kabeljau, …)
– 1 Eigelb
– ½ TL Currypulver
– ½ TL frisch geriebener Ingwer
– ½ Knoblauchzehe
– ½ TL Zitronenabrieb (Bio-Zitrone!)
– 1 Spritzer Zitronensaft
– Salz, Pfeffer
– Semmelbrösel
– Öl

Zubereitung:

Weißbrot vom Rand befreien und in kleine Würfel schneiden. Milch darüber geben und zugedeckt einweichen lassen. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Fischfilet(s) unter fließend kaltem Wasser waschen, trocken tupfen und in möglichst kleine Würfel schneiden.

Eingeweichte Weißbrotwürfel, gewürfeltes Fischfilet, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Eigelb und Zitronenschale eine Schüssel geben und locker vermischen. Mit Zitronensaft, Currypulver, Salz und Pfeffer würzen.

Mit den Händen Fischpflanzerl formen (falls die Masse nicht fest genug ist, Semmelbrösel dazu geben) und diese in Semmelbrösel wenden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Fischpflanzerl darin bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten je etwa 6 Min. goldbraun braten. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und zum Beispiel mit einem Kartoffelsalat (siehe Mordswaffen) mit Feldsalat drin servieren.

Filetscheiben mit buntem Gemüse

Herr Schnürschuh traf die Essensauswahl letztes Wochenende und wünschte sich Asiatisch! Einmal gab es Seafood-Spieße (Rezept folgt), einmal Filetscheiben mit buntem Gemüse. Alles aus dem Buch „Asiatisch kochen“ von Teubner. Zutatentechnisch hatten wir leider Einiges nicht da und nach Gutdünken ersetzt. Schmeckte trotzdem hervorragend!


Zutaten für 2 Personen:

Filet
– 200 g Filetspitzen vom Rind
– 60 mL dunkle Sojasoße
– Salz, Pfeffer
– 1 TL Dajon (S: 5-Gewürze-Pulver)
– 1 Messerspitze gemahlener Koriander
– 1 Messerspitze gemahlener Kreuzkümmel

Vinaigrette
– 50 mL Rinderfond
– 1 kleine Knoblauchzehe
– ½ TL frisch geriebener Ingwer
– 1 Messerspitze Dajon (S: 5-Gewürze-Pulver)
– 20 mL helle Sojasoße
– 25 mL geröstetes Sesamöl
– 12 mL Pflanzenöl
– 1 EL chinesischer Essig (S: Reisessig)
– 1 TL Steinpetersilie (S: Petersilie)

Gemüse
– je 50 g grüne, gelbe, rote Paprika
– 40 g Zuckerschoten
– 50 g frische Shiitake-Pilze
– 30 g Sojasprossen
– 30 mL Sesamöl
– 2 EL Rinderjus

Reis
– 150 g Nishiki-Reis (S: Basmatireis)
– Salz

Zubereitung:

Filet
Das Filet parieren und in dünne Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben. Für die Marinade alle Zutaten miteinander vermengen und über das Fleisch gießen. Zudecken und mind. 2 Std. im Kühlschrank marinieren.

Vinaigrette
Für die Vinaigrette den Knoblauch schälen und fein hacken. Anschließend den Fond in einen Topf geben, Knoblauch, Ingwer und Dajon dazugeben und bei mittlerer Hitze auf die Hälfte einreduzieren. In eine Schüssel füllen und mit Sojasauce, Öl und Essig verrühren. Die Petersilie hacken und untermischen.

Gemüse
Backofen auf 220 °C vorheizen. Paprika säubern, vierteln und auf ein Backblech legen. In den Backofen schieben und darin garen, bis die Haut Blasen wirft. Herausnehmen und unter einem feuchten Geschirrtuch schwitzen lassen. Anschließend die Haut abziehen und die Schoten in feine Streifen schneiden. Die Zuckerschoten putzen und quer in Streifen schneiden. Die Stiele der Shiitakepilze entfernen und die Hüte in Scheiben schneiden.

20 mL Sesamöl in einem Wok (S: Pfanne) rauchheiß erhitzen und die Fleischscheiben unter Wenden darin anbraten. Herausnehmen. Das restliche Öl im Wok erhitzen und die Paprikastreifen darin anbraten. Zuckerschoten und Pilze unterrühren und 2-3 Minuten mitbraten. Zuletzt die Sojasprossen zugeben und unter ständigem Wenden nur ganz kurz mitbraten. Den Wokinhalt mit der Vinaigrette ablöschen. Die Fleischscheiben wieder zugeben und untermischen. Zuletzt den Rinderjus unterrühren.

Den Reis in Salzwasser gar kochen.

Reis auf einen Teller geben oder in Schälchen füllen, einen Löffel Gemüse-Fleisch-Mischung darauf verteilen und servieren.