Kiachl

So heißt das Hefegebäck bei uns – Kiachl! Woanders nennt man sie Auszogne, Knieküchle, Kirchweihnudeln oder sogar Krapfen (nein!).

Auf jeden Fall bin ich überzeugt davon, die Kiachlmacherei stirbt aus. Die, wenn denn überhaupt möglich, beim Bäcker gekauften schauen weder so aus wie sie sollen, noch schmecken sie – also eigentlich haben die gar nichts mit Kiachln zu tun! Und ansonsten können nur noch richtig gewiefte Omas Kiachl backen. Omas, die’s im Gefühl haben, die sie schon zig mal gebacken haben und denen die ganze Arbeit und der Fettgeruch nichts ausmacht. In meinem Heimatdorf gibt es eine Kiachlspezialistin, die Grischl Lisl, nur sie kann die allerbesten Kiachl! Alle reißen sich drum und es finden Tauschhandel statt – Gemüse, Fleisch, … gegen Kiachl. Von ihr haben alle das Rezept und ein paar Glückliche durften ihr auch schon über die Schulter schauen, aber keiner kann sie toppen! Das Interesse der Nachfolgegenerationen am Kiachlbacken sinkt leider gegen null.

Meine Oma mach sie auch wie die Grischl Lisl. Sie ist damit nie zufrieden, weil sie einfach nicht hundertprozent so gut schmecken und vor allem nicht so perfekt aussehen. Ein perfektes Kiachl ist schön rund, außen fluffig – mit hellem Ring (vom Ausbacken auf zwei Seiten), ist nicht zu dunkel und hat in der Mitte eine dünne, von beiden Seiten nicht gebräunte (gebackene), Teighaut! Das zu schaffen ist sehr knifflig und hat mit dem Teig, der Ausziehtechnik und der richtigen Temperatur des Fetts zu tun. Als ich in den letzten zu Hause in Bayern war, haben Oma und ich zusammen Kiachl gemacht. Geschmeckt haben sie köstlich, nur halt ausgesehen haben sie nicht ganz perfekt. Meist gelingt es nicht, dass die Teighaut in der Mitte von beiden Seiten hell bleibt, auch der Ring außen kommt nicht immer. Zudem haben wir a bisserl große Oschis gemacht 😉

Gegessen werden sie übrigens nur frisch (man kann sie auch gut einfrieren) und mit Puderzucker bestreut. Meistens zum Nachmittagskaffee. Auf keinen Fall werden sie mit irgendetwas (Marmelade, etc., …) gefüllt.

Auch ich muss mich an der Nase packen. Viel öfter sollte ich Kiachl machen, ausprobieren und üben, bis auch ich sie kann und sie perfekt sind. Wenn’s nicht so ein Gestank allerweil wäre mit dem Ausbacken im Fett… 


Zutaten für ca. 30 Stück:

– 1 kg Mehl
– 125 g Zucker
– 4 Eier
– 100 g Margarine (S: ich würde Butter nehmen)
– 3/4er Würfel Hefe
– 500 mL Milch
– 1 Packerl Vanillezucker (S: natürlich selbstgemacht)
– 1 Spritzer Rum
– 2 Prisen Salz
– etwas abgeriebene Zitronenschale von einer Bio-Zitrone
– wer mag: 1 Hand voll Rosinen (S: unbedingt, am besten in Rum eingeweicht)
– viel Butterschmalz zum Ausbacken

Zubereitung:

Die Zutaten zu einem Teig verkneten, bis dieser seidig und glatt ist und sich gut von der Schüssel löst. Abgedeckt mind. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig auf einer gut bemehlten Fläche in ca. 30 gleich große Stücke teilen und diese rasch mit der bemehlten Handfläche zu Kugeln rollen. Kugeln bemehlen und unter Folie oder einem Küchentuch verstecken. Nochmals mind. 30 Min. gehen lassen.

In der Zwischenzeit das Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen. Die ideale Temperatur ist erreicht, wenn man einen Kochlöffel in das Fett hält und Blasen daran aufsteigen.

Ein paar Esslöffel von dem Fett in eine Tasse geben. Abkühlen lassen und die Finger darin eintunken. Nun vorsichtig mit beiden Händen die Teigkugel zu einem Kiachl ausziehen. Am besten den Teig oben halten, so dass er sich dank der Schwerkraft leicht nach unten auszieht und dabei zügig drehen (hier wird es ganz gut gezeigt, wobei auch diese nicht perfekt gelingen – der dünne Teig in der Mitte bleibt nur auf einer Seite hell und das weiße Rändchen entsteht auch nicht… ). Das Kiachl schnell, aber sanft ins heiße Fett gleiten lassen. Mit Hilfe eines Löffels immer wieder mit dem heißen Öl begießen.

Sobald die Unterseite leicht braun ist, mit Gabel und Löffel, vorsichtig umdrehen und ebenfalls von oben mit Öl begießen. Sobald auch die andere Seite leicht braun ist, das Kiachl vorsichtig aus dem Fett heben und auf einem Gitter (stehend) abtropfen lassen.

Mit den anderen Teigkugeln ebenso verfahren. Idealerweise passen 3 Stück in einen Topf. Anfangs ist es nicht schlecht, wenn man zu zweit ist, so kann einer die Kiachl ausziehen und der andere sie im Fett ausbacken. Weden die Kiachl zu schnell braun, die Temperatur herunter drehen!

Kiachl abkühlen lassen, mit Puderzucker bestreuen und einfach genießen!

Lemon-Ricotta Bars

Ich liebe Zitronenkuchen! Süß, sauer, fruchtig, erfrischend, zitronig, sonnig, hmmmm!

Regelmäßig, meist wenn Herr Schnürschuh sich einen Kuchen aussuchen darf, gibt es daher Caprese al limone – den weltbeste Zitronenkuchen. Sehr lecker ist auch die Zitronentarte! Nun fanden die Lemon-Ricotta Bars von Food 52 den Weg auf meine Nachkoch-back-liste und ich schwang also den Schneebesen!

Die köstlich fruchtig-frische Füllung der Ricotta-Lemon Bars zergeht einem wirklich auf der Zunge! Damit ziehen sie vorbei an der Zitronentarte und nehmen Rang 2 in der Kategorie ILOVEZITRONE ein. Aus dem Kühlschrank serviert genau das Richtige für die sommerlichen Temperaturen!

Lemonbars

Zutaten (33×23 cm Form):

Teig
– 220 g Mehl
– 85 g Puderzucker
– 37.5 g Stärke
– 1 EL abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
– ¾ TL Salz
– 175 g zimmerwarme Butter (Würfel von 2.5 cm)

Füllung
– 250 g Ricotta, abgetropft (S: nicht abgetropft)
– 4 Eier (verquirlt)
– 200 g Zucker
– 3 EL Mehl
– 2 EL abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
– 160 mL Zitronensaft
– ¼ TL Salz

Zubereitung:

Backblech oder entsprechende Form mit Backpapier auslegen oder fetten und bemehlen.

Mehl, Puderzucker, Stärke, Zitronenschale und Salz in den Mixer geben und im Pulsmodus kurz miteinander vermengen. Die Butterwürfel zugeben und wieder mit dem Pulsmodus aufmixen, bis grobe Streusel entstehen.

Teig auf das Blech / in die Form geben und mit bemehltem Handrücken flach drücken, bis er einigermaßen homogen verteilt ist. 30 Min. abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Den Teig in den Backofen schieben und ca. 20 Min. backen, bis er leicht gebräunt ist.

Für die Füllung Ricotta, Eier, Zucker und Mehl in eine große Schüssel geben und mit dem Schneebesen verquirlen. Zitronenschale, Zitronensaft und Salz zugeben und gut zu einer homogenen Masse verrühren.

Teigboden aus dem Ofen holen. Temperatur des Backofens auf 165 °C reduzieren.

Die Füllung nochmal gut verrühren und auf den Teigboden gießen. Wieder in den Backofen schieben und weitere 30 Min. backen.

Zitronengebäck aus dem Backofen holen und abkühlen lassen. Mit einem scharfen Messer in Rechtecke schneiden. Dabei das Messer immer wieder reinigen. mit Puderzucker bestäuben.

Lemonbars

Sablés Infiniment Chocolat

Ich verfolge viele Kochblogs, viele viele, richtig viele. Jetzt nach unserem Urlaub auf Kreta dauerte es schon eine Weile, um wieder up to date zu sein. War aber bei dem Wetter ja eh kein Problem… Natürlich habe ich so meine Lieblingsblogs. Einer davon ist grain de sel von Micha. Viele ihrer Rezepte sind genau nach meinem Geschmack und ich habe Lust sie nach zu kochen. Die Mischung aus Süßem und Deftigem ist genau richtig und die Zutaten, kaum Fleisch, viel Gemüse und Kräuter, gefallen mir sehr. Auch diesmal habe ich ein Rezept bei Ihr gefunden, welches ich unbedingt nachbacken wollte – wie so viele andere das auch auch schon getan haben, denn es handelt sich um ein sogenanntes Blogbuster-Rezept! Original ist es von dem Pariser Pâtissier Pierre Hermé. Das die Schokosablés der Hammer sein werden war keine Frage! Lecker!

Zutaten: 

– 175 g Mehl
– 30 g Kakao
– 5 g Natron
– 150 g weiche Butter
– 120 g Rohrzucker
– 50 g Puderzucker
– 5 g Fleur de sel
– Mark einer Vanilleschote
– 150 g Zartbitter-Schokolade (70%)

Zubereitung:

Schokolade hacken. Mehl, Kakao und Natron vermischen und sieben. Die sehr weiche Butter mit dem Rohrzucker, Puderzucker, Salz und dem Vanillemark gut vermischen. Die Mehl-Kakaomischung dazugeben und alles vermengen – die gehackte Schokolade zuletzt unterkneten.

Nur so viel wie nötig kneten. Darauf achten, dass sich beim Rollen keine Luft einschließt. Aus dem Teig zwei 4 cm dicke Rollen formen (der Teig ist etwas bröselig, es hilft, die Rollen in Klarsichtfolie zu formen). 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen. Ein paar Minuten warten, bis der Teig sich ohne zu brechen schneiden lässt. Dann 1 cm dicke Scheiben schneiden und mit gutem Abstand auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech verteilen.

Bei 170 °C Umluft nicht mehr als 11-12 Minuten backen, sie dürfen nicht austrocknen. Komplett abkühlen lassen und in einer Blechdose aufbewahren.

Nachgebacken: Kahrins Lahme Schnecken

Kathrin von Photisserie hat wieder gebloggt! Und was für ein tolles Gebäck – lahme Schnecken. Da konnte ich nicht an mir halten, sie wurden sofort nachgebacken! Ich war neugierig auf Hefeteig mit Kartoffeln und auf diese Sirup-Zimt-Füllung. Das Rezept habe ich nur ganz leicht abgeändert, da ich ein paar Zutaten nicht bekommen habe und da mir die Zimt- und Zuckermenge ein wenig zu hoch erschien.

Statt Zuckerrübensirup habe ich Seetaler Hochstamm Birno (Birnensaftkonzentrat aus Mostbirnen von Seetaler Hochstammbäumen) verwendet. Ein Produkt aus der Schweiz, was wirklich sehr gut gepasst hat. Dieser Birno lachte mich ja schon lange aus den Supermarktregalen der Schweiz an, endlich hatte ich einen Grund ihn mir zu holen ;-). Statt Muscovado-Zucker habe ich Jacutinga Vollrohrzucker verwendet. Da im Rezept nicht stand, was man mit diesem machen soll, habe ich ihn einfach auf die Füllung gestreut, so wie ich es von Katharinas Zimtschnecken kenne. Gepackt habe ich die Schnecken in eine Springform, da es meine einzige runde, tiefe Backform ist. Das hat perfekt gepasst. Und weil Hefeteig nur frisch schmeckt, habe ich die Schnecken, die wir nicht sofort verschlungen haben, aufgeteilt und eingefroren.

Kathrins lahme Schnecken waren der absolute Hammer! Die Zubereitung war einfach, sie sind sehr gut gelungen, haben wunderhübsch ausgesehen und hervorragend geschmeckt. Ich habe keine Ahnung, warum man Kartoffeln in den Teig packt, das Resultat war auf jeden Fall super fluffig und köstlich.

  

Zutaten:

Hefeteig
– 300 g gekochte, zerstampfe Kartoffeln
– 75 g weiche Butter
– 1 Ei (zimmerwarm)
– 200 mL Buttermilch (zimmerwarm)
– 600 g Mehl (Typ 405)
– 1 Päckchen Trockenhefe
– 50 g Zucker
– 5 g Salz

Füllung
– 85 g bzw. 2 EL Zuckerrübensirup (S: 2-3 EL Birno)
– 3 TL Zimt (S: 2 TL Zimt)
– 50 g Butter
– 100 g Muscovado-Zucker (S: 75 g Jacutinga-Vollrohrzucker)

Crème
– 175 g Frischkäse
– 50 g Zucker (S: Puderzucker)

Zubereitung:

Zerstampfe Kartoffeln mit weicher Butter, Ei und Buttermilch verrühren. Mehl, Hefe, Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen und zur Kartoffelmasse geben. Alles gut miteinander verkneten. Eine Kugel formen und den Hefeteig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 2 Std. gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Zuckerrübensirup mit Zimt und Butter in einem Topf erwärmen, bis alles gut miteinander vermengt ist. Abkühlen lassen.

Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, den Rand mit Öl einpinseln. Backofen auf 180 °C vorheizen.

Den Teig nach dem Gehen nochmal kurz durchkneten und auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche zu einem Rechteck mit ca. 50×30 cm auswoakeln. Mit der Füllung besteichen und mit dem braunen Zucker bestreuen (falls die Füllung zu zäh geworden ist, einfach nochmal kurz erwärmen). Nun die Längsseite von unten nach oben vorsichtig aufrollen und ca. 5 cm große Schnecken von der Rolle schneiden (das geht am besten mit einem in Mehl gewendeten Sägemesser). Die Schnecken, eine nach der anderen, mit dem schönen Schneckenmuster nach oben in die Springform setzen. Bei mir wurden es 17 nicht ganz gleich große Schnecken ;-). Diese nochmals 30 Min. abgedeckt gehen lassen.

Anschließend die Springform in den Backofen schieben und die Schnecken ca. 30 Min. backen. Beim Backen ein Schälchen Wasser mit in den Backofen stellen. In der Zwischenzeit den Frischkäse mit dem Zucker zu einer Crème verrühren.

Die lahmen Schnecken aus dem Backofen holen, den Rand der Springform entfernen und die Schnecken, wie im Originalrezept von Kathrin, noch lauwarm mit dem Frischkäse bestreichen. Ich habe einen Teil der Schnecken eingefroren und deshalb nur ein bisserl Frischkäsecreme zubereitet und diese dazu gereicht.